Core Web Vitals 2026: LCP, INP und CLS verständlich erklärt
Was LCP, INP und CLS messen, welche Zielwerte Google nennt und wie Unternehmen echte Performance-Probleme ihrer Website erkennen.
Webdesign · 22. September 2026 · 4 Min.
Was barrierefreies Webdesign praktisch bedeutet: Tastatur, Fokus, Kontrast, Formulare, Touch-Ziele und reduzierte Bewegung nach WCAG 2.2.
Barrierefreiheit wird bei Websites oft als Zusatzfunktion behandelt. Technisch betrachtet ist sie aber näher an guter Grundqualität: Eine Website sollte auch dann funktionieren, wenn jemand keine Maus benutzt, schlecht sieht, vergrößert, einen Screenreader verwendet oder Bewegungseffekte reduziert.
Als aktueller W3C-Standard ist WCAG 2.2 eine sinnvolle technische Orientierung. Für Unternehmensseiten ist Level AA in vielen Projekten ein realistisches Qualitätsziel.
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Es geht um die praktische Umsetzung.
Der schnellste manuelle Test kostet zwei Minuten:
Dabei sollten Sie jederzeit erkennen, wo sich der Fokus befindet.
Problematisch sind beispielsweise:
WCAG 2.2 hat das Thema Fokus weiter konkretisiert.
Für Tastaturnutzer ist der Fokus praktisch der Mauszeiger. Wenn er hinter einem Sticky Header, einem Cookie-Banner oder einem Modal verschwindet, ist die Seite schwer bedienbar.
Darum prüfe ich bei Navigation und Dialogen:
Gerade Cookie-Einstellungen, mobile Menüs und Popup-Dialoge werden dabei oft übersehen.
Ein Modal sollte sich auch technisch wie ein Modal verhalten.
Dazu gehören:
Nur ein halbtransparentes Overlay über die Seite zu legen reicht nicht.
Ein roter Rahmen ist für Screenreader keine ausreichende Fehlermeldung.
Ein gutes Formular verbindet das Feld programmatisch mit dem Fehlertext, beispielsweise über:
Statt:
„Ungültig“
ist besser:
„Bitte eine gültige E-Mail-Adresse eingeben.“
Formulare sollten außerdem sinnvolle Autocomplete-Attribute verwenden. Das hilft nicht nur Menschen mit Assistenztechnologien, sondern allen Nutzern.
WCAG 2.2 definiert für Level AA eine Mindestgröße beziehungsweise ausreichenden Abstand für Pointer-Ziele.
In der Praxis sind 44 bis 48 Pixel hohe Buttons eine komfortable Orientierung, auch wenn die formale AA-Anforderung unter bestimmten Bedingungen kleiner sein kann.
Besonders kritisch sind:
Was am Desktop elegant aussieht, kann am Smartphone unnötig schwer zu treffen sein.
Kontrast betrifft:
Ein häufiges Problem bei modernen Dark Designs: Haupttext ist ausreichend kontrastreich, aber sekundärer Text wird so stark gedimmt, dass er schwer lesbar wird.
Design darf subtil sein. Information darf dabei nicht verschwinden.
Eine Seite sollte nicht nach Schriftgröße strukturiert werden, sondern semantisch.
Typisch:
Man sollte keine tiefere Überschrift verwenden, nur weil sie optisch gerade passt.
Eine saubere Struktur hilft:
Nicht jedes Bild braucht einen langen Alt-Text.
Faustregel:
Informativ: beschreiben, was für den Inhalt relevant ist. Dekorativ: leeres Alt-Attribut. Link-Bild: Zweck des Links beschreiben.
Schlecht:
„Bild“
Besser:
„Startseite der Praxis-Website auf Smartphone und Laptop“
Bei Screenshots sollte beschrieben werden, was der Screenshot im Kontext beweist.
Manche Menschen reagieren empfindlich auf Animationen. Betriebssysteme bieten deshalb die Einstellung „Bewegung reduzieren“.
Websites können diese Präferenz erkennen und nicht notwendige Animationen reduzieren oder deaktivieren.
Das betrifft besonders:
Eine Seite sollte auch bei starkem Zoom bedienbar bleiben.
Ein einfacher Test:
Horizontales Scrollen wegen eines einzelnen Elements ist ein typischer Fehler.
Viele Accessibility-Maßnahmen wirken sich direkt auf alle Nutzer aus:
Deshalb behandle ich Accessibility nicht als spätes Add-on, sondern als Teil von sauberem Frontend-Handwerk.
Wenn Sie eine bestehende Website modernisieren möchten, finden Sie dazu mehr unter Website Relaunch. Für ein neues Projekt: Website-Erstellung.
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