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Technik··3 min Lesezeit

Website-Relaunch 2026: Checkliste, damit Ihre Google-Rankings bleiben

Bestandsaufnahme, Weiterleitungstabelle, Umschaltung, Kontrolle: Schritt für Schritt durch den Relaunch – damit Platzierungen, Links und Anfragen erhalten bleiben.

Ein Relaunch ist die riskanteste Phase im Leben einer Website. Nicht wegen des neuen Designs – sondern weil dabei oft unbemerkt genau das verloren geht, was über Jahre aufgebaut wurde: Platzierungen bei Google, eingehende Links, funktionierende Adressen. Die gute Nachricht: Mit einer sauberen Checkliste lässt sich das vermeiden. Hier ist sie.

Wann ein Relaunch sinnvoll ist

Nicht jede ältere Website braucht einen Neubau. Ein Relaunch lohnt sich, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Die Seite lädt am Handy spürbar länger als zwei bis drei Sekunden.
  • Sie ist am Smartphone schwer bedienbar – und von dort kommt heute der Großteil der Besuche.
  • Es kommen kaum Anfragen, obwohl Besucher da sind.
  • Plugin- oder Theme-Updates verursachen regelmäßig Fehler oder Kosten.
  • Inhalte zu ändern ist so mühsam, dass es niemand mehr macht.
  • Rechtliches ist nicht mehr aktuell: Schriften von Google-Servern, Tracking ohne Einwilligung, fehlende Barrierefreiheit.

Trifft nur ein Punkt zu, reichen oft gezielte Korrekturen. Ein ehrliches Audit klärt das vor jeder Investition.

Vor dem Relaunch: Bestandsaufnahme

Dieser Schritt entscheidet über Erfolg oder Rankingverlust – und wird am häufigsten ausgelassen.

  1. Alle Adressen erfassen. Jede Seite, jeder Blogartikel, jedes PDF. Quellen: die XML-Sitemap, ein Crawl der Website und der Bericht „Seiten“ in der Google Search Console.
  2. Die wertvollen Seiten bestimmen. Welche Seiten bringen Besucher über Google? Welche werden von anderen Websites verlinkt? Diese Seiten behalten ihre Inhalte und nach Möglichkeit ihre Adresse.
  3. Ausgangswerte sichern. Klicks, Impressionen und Positionen der letzten drei Monate exportieren. Ohne Vorher-Werte lässt sich nachher nichts beurteilen.
  4. Inhalte sichten. Was bleibt, was wird überarbeitet, was kann weg? Seiten ohne Besucher und ohne Zweck dürfen verschwinden – aber mit Weiterleitung.

Die Weiterleitungstabelle: das wichtigste Dokument

Für jede alte Adresse wird festgelegt, wohin sie künftig führt. Das Ergebnis ist eine schlichte Tabelle mit zwei Spalten: alt und neu. Die Regeln:

  • Immer 301 (dauerhaft), nie 302.
  • Auf die inhaltlich passende Seite weiterleiten – nicht pauschal alles auf die Startseite. Google wertet das wie eine gelöschte Seite.
  • Keine Ketten. Alt führt direkt zu neu, nicht über Zwischenstationen.
  • Auch Varianten bedenken: mit und ohne www, mit und ohne Schrägstrich am Ende, alte Dateiendungen wie .php oder .html.

Der häufigste Fehler: Weiterleitungen zeigen auf Adressen, die es auf der neuen Website gar nicht gibt. Deshalb wird jede Zeile der Tabelle nach der Umschaltung einzeln geprüft.

Während des Baus

  • Testadresse vor Google verstecken – per Passwortschutz oder noindex. Sonst stehen plötzlich zwei Versionen Ihrer Website im Index.
  • Seitentitel und Beschreibungen übernehmen oder gezielt verbessern, nicht dem Zufall überlassen.
  • Überschriftenstruktur und interne Links erhalten. Seiten, die bisher von der Startseite verlinkt waren, sollten das auch künftig sein.
  • Strukturierte Daten (Unternehmen, Leistungen, häufige Fragen) neu aufsetzen und testen.
  • Ladezeit messen, bevor die Seite online geht – nicht danach.

Am Tag der Umschaltung

  1. noindex und Passwortschutz entfernen – der Klassiker unter den vergessenen Handgriffen.
  2. Weiterleitungen aktivieren und die Tabelle Zeile für Zeile durchklicken.
  3. Neue Sitemap in der Search Console einreichen.
  4. Die wichtigsten Seiten über „URL-Prüfung“ zur Indexierung anmelden.
  5. Formulare testen: Kommt die Anfrage an? Kommt die Bestätigung beim Absender an?
  6. Statistik und Einwilligungsbanner prüfen, falls im Einsatz.

Die ersten vier Wochen danach

Leichte Schwankungen in den ersten ein bis zwei Wochen sind normal: Google liest die Website neu ein. Beobachten Sie in der Search Console vor allem zwei Dinge. Erstens den Bericht „Seiten“ – tauchen dort „Nicht gefunden (404)“ auf, fehlt eine Weiterleitung. Zweitens die Leistungsdaten im Vergleich zu Ihren gesicherten Ausgangswerten. Bleiben Klicks nach vier Wochen deutlich unter dem alten Niveau, liegt fast immer eine der folgenden Ursachen vor: fehlende Weiterleitungen, entfernte Inhalte oder ein vergessenes noindex.

Die alten Weiterleitungen bleiben übrigens dauerhaft bestehen – mindestens ein Jahr, besser für immer. Sie kosten nichts und schützen jeden Link, der irgendwo im Web noch auf eine alte Adresse zeigt.

Sonderfall: weg von WordPress

Beim Wechsel von WordPress zu handgeschriebenem Code kommen drei Punkte dazu: WordPress erzeugt viele Adressen automatisch (Kategorien, Schlagwörter, Autorenseiten, Anhänge) – auch sie brauchen ein Ziel. Bilder liegen unter /wp-content/uploads/; werden sie von außen verlinkt, lohnt eine Weiterleitung. Und: Die alte Installation wird nach der Umstellung vollständig entfernt, nicht nur deaktiviert – ungewartete WordPress-Reste sind ein beliebtes Einfallstor. Wie sich beide Wege grundsätzlich unterscheiden, lesen Sie im Artikel WordPress oder handcodiert?.

Ein Relaunch ist dann gelungen, wenn Ihre Kundschaft eine bessere Website bemerkt – und Google gar nichts.

Wenn Sie einen Relaunch planen: Ich beginne jedes Projekt mit genau dieser Bestandsaufnahme. Details zum Ablauf finden Sie unter Website-Relaunch, ein kostenloses Erstgespräch dauert 15 Minuten.

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